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Smart Home nachrüsten: KNX oder Funk — was passt zu Ihrem Haus?

KNX oder Funk – die Frage entscheidet oft, wie aufwändig Ihr Smart Home wird. Wir zeigen ehrlich, wann sich welcher Weg lohnt und was davon zum Elektriker gehört.

Olivier Meyerhans, Elektrotechnikermeister
Olivier Meyerhans Elektrotechnikermeister · Elektro Meyerhans Dortmund
Veröffentlicht 27. Mai 2026 Aktualisiert 18. Juni 2026
Smart-Home-Bedienelement an der Wand
Das Wichtigste in Kürze: KNX ist der kabelgebundene Standard – sehr zuverlässig und zukunftssicher, aber mit höherem Installationsaufwand. Ideal ist er, wenn die Wände ohnehin offen sind, also beim Neubau oder bei einer Kernsanierung. Funk-Systeme lassen sich dagegen im bewohnten Bestand nachrüsten, ohne zu stemmen. Und ganz ehrlich: Nicht alles muss smart sein.

„Smart Home" klingt für viele nach einem großen, teuren Umbau – oder umgekehrt nach ein paar Steckdosen aus dem Baumarkt. Beides greift zu kurz. In der Praxis läuft die erste Entscheidung fast immer auf eine Frage hinaus: Kabel oder Funk? Also KNX oder ein Funk-System. Von dieser Weichenstellung hängt ab, wie aufwändig, wie zuverlässig und wie flexibel Ihr Zuhause am Ende wird. Wir erklären beide Wege so, wie wir sie auch am Küchentisch beim Kunden erklären.

KNX: der kabelgebundene Standard

KNX ist kein Produkt einer einzelnen Marke, sondern ein herstellerübergreifender Standard – seit Jahrzehnten am Markt und von vielen Herstellern unterstützt. Das Prinzip: Neben den normalen Stromleitungen wird eine eigene Steuerleitung (der KNX-Bus) durchs Haus gezogen. Über diese Leitung reden Schalter, Sensoren und Aktoren miteinander. Der Lichtschalter im Flur ist dann nicht mehr fest mit „seiner" Lampe verdrahtet, sondern schickt ein Signal – und was damit passiert, wird programmiert.

Die Vorteile liegen im Kabel selbst:

  • Sehr zuverlässig: Ein Signal über eine feste Leitung kommt an. Keine Funklöcher, keine Störungen durch Nachbargeräte, keine leeren Batterien in Sensoren.
  • Zukunftssicher: Der Standard ist offen und langlebig. Sie sind nicht an einen einzelnen Hersteller oder eine Cloud gebunden, die morgen abgeschaltet werden könnte.
  • Erweiterbar: Einmal sauber geplant, lässt sich das System über Jahre logisch ausbauen.

Der Haken ist der höhere Installationsaufwand. Die Busleitung will verlegt sein, und das heißt: Wände auf, Kabel rein. Deshalb ist KNX vor allem dann die erste Wahl, wenn die Wände sowieso offen sind – beim Neubau oder bei einer Kernsanierung, bei der ohnehin der ganze Putz runterkommt. Wer in dieser Situation ist und über smarte Steuerung nachdenkt, sollte KNX ernsthaft prüfen. Nachträglich in bewohnte Wände zu stemmen, nur um KNX zu bekommen, ist dagegen selten sinnvoll.

Funk-Systeme: nachrüsten ohne Stemmen

Funk-Systeme gehen den umgekehrten Weg. Statt einer eigenen Leitung übernimmt Funk die Kommunikation – etwa über Standards wie Zigbee oder Z-Wave oder über herstellergebundene Lösungen. Der große Vorteil: Sie können im bewohnten Bestand nachrüsten, ohne die Wände aufzureißen. Ein Funk-Schaltaktor kommt hinter den vorhandenen Schalter oder in die Unterputzdose, ein Funktaster wird auf die Wand geklebt oder geschraubt – ohne dass neue Leitungen gezogen werden müssen.

Das macht Funk zur naheliegenden Lösung, wenn Sie in Ihrem Zuhause wohnen bleiben und nicht groß umbauen wollen. Aber Funk hat auch seine Grenzen, und die sagen wir ehrlich dazu:

  • Funkabdeckung: Reichweite und Stabilität hängen von den Wänden, den Etagen und der Zahl der Geräte ab. In einem verwinkelten Altbau mit dicken Wänden muss man das im Blick behalten.
  • Herstellerabhängigkeit: Nicht jedes Funk-System spricht mit jedem. Wer sich auf eine herstellergebundene Lösung festlegt, ist an deren App, deren Zubehör und deren langfristige Verfügbarkeit gebunden.
  • Wartung: Funksensoren brauchen oft Batterien, die irgendwann leer sind.

Für viele Bestandshäuser – gerade bei einer Altbausanierung, bei der man Schritt für Schritt vorgeht – ist Funk trotzdem der pragmatische und richtige Weg. Man startet mit dem, was wirklich Nutzen bringt, und baut bei Bedarf aus.

Ehrlich gesagt: Nicht alles muss smart sein

Das hören Sie von uns wahrscheinlich anders als von manchem Prospekt: Nicht jede Funktion im Haus muss vernetzt sein. Ein guter Kompromiss ist oft, gezielt die Dinge smart zu machen, die im Alltag wirklich etwas bringen – zentrale Beleuchtung und Lichtstimmungen, Rollläden, die morgens und abends von allein fahren, vielleicht eine Heizungssteuerung. Und den Rest bewusst einfach und robust zu lassen.

Ein Smart Home, das man nach zwei Wochen wieder abschaltet, weil es kompliziert ist oder ständig zickt, hat niemandem geholfen. Deshalb fragen wir bei der Planung zuerst: Was soll das System für Sie im Alltag leisten? Aus der Antwort ergibt sich fast von selbst, ob KNX, Funk oder eine Mischung passt – und wie viel davon überhaupt Sinn ergibt.

Was davon zum Elektriker gehört

Egal ob KNX oder Funk – ein Teil der Arbeit gehört immer in Meisterhand, und das ist die fest verdrahtete Ebene. Konkret:

  • Aktoren im Verteiler: die Schaltmodule, die das eigentliche Schalten von Licht, Steckdosen und Rollläden übernehmen – sicher installiert und richtig abgesichert.
  • Schalter, Taster und Rollladensteuerung: alles, was fest ans Netz angeschlossen ist.
  • Beleuchtung: die Verkabelung und die dimmbaren Kreise, damit die smarte Steuerung überhaupt sauber greifen kann.
  • Die sichere Installation insgesamt: dass unter der schicken App-Oberfläche eine normgerechte, geprüfte Elektrik liegt.

Die App auf dem Handy und die Automatisierungen sind das Sichtbare – aber sie sind nur so gut wie die Installation darunter. Genau hier trennt sich saubere Arbeit von Bastelei. Wenn Sie mögen, schauen wir uns Ihr Zuhause bei einer kostenlosen und unverbindlichen Besichtigung an, hören uns an, was Sie sich vorstellen, und sagen Ihnen ehrlich, welcher Weg zu Ihrem Haus und Ihrem Budget passt. Festpreise aus der Schublade gibt es bei uns nicht – jedes Angebot rechnen wir individuell.

Sie überlegen, Ihr Zuhause ein Stück smarter zu machen? Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie auf der Seite Smart Home. Melden Sie sich einfach bei Elektro Meyerhans – telefonisch oder per WhatsApp unter +49 157 83516177 oder per E-Mail an elektro.meyerhans@gmail.com. Wir nehmen uns Zeit.

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FAQ

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Lohnt sich KNX auch, wenn ich nicht neu baue?

Meistens nicht. KNX braucht eine eigene Busleitung in der Wand. Wenn dafür extra gestemmt werden müsste, steht der Aufwand selten im Verhältnis. Sinnvoll ist KNX vor allem, wenn die Wände ohnehin offen sind – beim Neubau oder einer Kernsanierung. Im bewohnten Bestand ist Funk in der Regel der bessere Weg.

Kann ich ein Funk-Smart-Home später auf mehr Funktionen ausbauen?

Ja, das ist gerade der Charme von Funk: Man kann klein anfangen – etwa mit Licht und Rollläden – und Schritt für Schritt ergänzen. Wichtig ist, von Anfang an auf ein System zu setzen, das sich erweitern lässt, und die Funkabdeckung im Haus im Blick zu behalten. Dazu beraten wir Sie gern vorab.

Muss für ein Smart Home immer ein Elektriker ran?

Für die fest verdrahtete Ebene ja: Aktoren im Verteiler, Schalter, Rollladen- und Beleuchtungsanschlüsse gehören aus Sicherheitsgründen in Fachhand und müssen normgerecht installiert und abgesichert sein. Reine Zusatzgeräte wie Funksteckdosen können Sie selbst einrichten – die sichere Installation dahinter übernehmen wir.

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